Phänomenzugang – Familie 1 – Selbst & innere Orientierung

1. Einstieg

Wie bewertest und verstehst du dich selbst – und wodurch verändert sich diese Beziehung zu dir?

Menschen richten ihre Aufmerksamkeit nicht nur auf das, was um sie herum geschieht. Sie beobachten, bewerten und interpretieren auch sich selbst. Sie entwickeln Vorstellungen darüber, wer sie sind, wie wertvoll sie sich erleben, was sie können, worüber sie selbst bestimmen können und welche Bedeutung Erfahrungen für das eigene Bild von sich besitzen.

Diese Selbstbezüge können über längere Zeit relativ stabil bleiben. Sie können sich aber auch verändern – etwa im Zusammenhang mit neuen Erfahrungen, Leistung, Rückmeldung, sozialen Vergleichen, Zugehörigkeit, Erfolg, Misserfolg oder Informationen über die eigene Person.

Selbst & innere Orientierung bündelt Phänomene, bei denen deshalb nicht primär die äußere Situation, eine andere Person oder eine einzelne Handlung verstanden werden soll. Im Mittelpunkt steht die eigene Person als Gegenstand von Bewertung, Einordnung und Orientierung.

Auf dieser Seite: Definition · Gegenstandsraum · Abgrenzung · Phänomenbereiche

3. Gegenstandsraum

Auf welche Weise kann die eigene Person zum Bezugspunkt werden?

Die Familie umfasst fünf unterschiedliche Formen des Selbstbezugs. Sie können miteinander verbunden sein, beantworten aber jeweils eine andere Frage.

Wert – Wie wertvoll bin ich?

Die eigene Person kann Gegenstand einer Bewertung werden. Dabei kann sich Selbstwert relativ stabil anfühlen oder deutlich verändern. Rückmeldungen, Leistung, soziale Vergleiche und Zugehörigkeit können dabei in unterschiedlicher Weise mit der eigenen Bewertung verbunden sein.

→ Selbstbewertung & Selbstwert

Definition – Wer bin ich?

Menschen entwickeln Vorstellungen darüber, was sie ausmacht und was zu ihnen gehört. Solche Selbstbilder können sich bestätigen, verändern oder erweitern. Neue Erfahrungen können zu bestehenden Selbstdefinitionen passen oder mit ihnen in Spannung geraten.

→ Selbstbild, Identität & Selbstkonsistenz

Fähigkeit – Was kann ich?

Die eigene Kompetenz wird nicht in jeder Situation gleich eingeschätzt. Menschen können sich Fähigkeiten zutrauen, an ihnen zweifeln oder unterschiedlich sicher darin sein, einer bestimmten Anforderung gewachsen zu sein.

→ Kompetenz & persönliche Wirksamkeit

Handlungsspielraum – Was kann ich selbst beeinflussen?

Die eigene Situation kann als mehr oder weniger kontrollierbar und selbstbestimmt erlebt werden. Dabei kann es um unmittelbaren Einfluss, um Unabhängigkeit oder um die Frage gehen, welche Möglichkeiten überhaupt offenstehen.

→ Kontrolle, Autonomie & Handlungsspielraum

Informationsverarbeitung – Was verändert sich, wenn es um mich geht?

Informationen über die eigene Person sind nicht immer gleichbedeutend mit vergleichbaren Informationen über andere. Der Selbstbezug kann damit zusammenhängen, welche Informationen besonders auffallen, wie sie gewichtet werden und welche Bedeutung ihnen gegeben wird.

→ Selbstbezogene Informations- & Bewertungsverzerrung

Wie Orientierung innerhalb des Phänomenzugangs entsteht

Phänomenenzugang
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Familie 1 – Selbst & innere Orientierung
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5 Phänomenbereiche
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35 Phänomenräume
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X Verweise in die Subtypen

5.1 Selbstbewertung & Selbstwert

Wovon hängt ab, wie wertvoll du dich selbst erlebst?

Hier geht es um Phänomene, bei denen die eigene Person hinsichtlich ihres Wertes bewertet wird. Dazu gehören unterschiedliche Formen stabiler oder veränderlicher Selbstbewertung sowie Zusammenhänge mit Rückmeldung, Vergleich, Leistung, Zugehörigkeit und anderen möglichen Bezugsgrößen der eigenen Bewertung.

5.3 Kompetenz & persönliche Wirksamkeit

Was bestimmt, was du dir selbst zutraust?

Hier stehen Phänomene im Mittelpunkt, die mit der Einschätzung eigener Fähigkeiten verbunden sind. Es geht darum, wie kompetent eine Person sich erlebt, wie sicher oder unsicher diese Einschätzung sein kann und welche Unterschiede im Erleben der eigenen Wirksamkeit auftreten können.

5.5 Selbstbezogene Informations- & Bewertungsverzerrung

Was verändert sich, wenn Informationen dich selbst betreffen?

Hier geht es um Phänomene, bei denen der Selbstbezug mit Unterschieden in der Auswahl, Gewichtung oder Bewertung von Informationen verbunden ist. Derselbe Hinweis kann anders verarbeitet werden, wenn er nicht irgendeinen Sachverhalt betrifft, sondern das eigene Verhalten, die eigenen Eigenschaften oder die eigene Position.